PINOTAPE Anleitung: Schienbeinkantensyndrom tapen
Schmerzen an der Innenseite des Schienbeins sind ein häufiges Problem bei Läufern, Ballsportlern & Co. Was viele anfangs als harmlose Muskelverspannung abtun, kann sich als Schienbeinkantensyndrom herausstellen, auch bekannt als Shin Splints oder Tibiakantensyndrom. Typisch dafür sind ziehende oder stechende Schmerzen entlang des vorderen Unterschenkels, die durch wiederholte Belastung entstehen und ohne gezielte Behandlung schnell chronisch werden können.
Ein zentraler Bestandteil der Behandlung ist das Taping mit Kinesiotape: Mit einer gezielten Tape-Anlage kannst du dein Schienbein effektiv entlasten, die Durchblutung verbessern und Schmerzen lindern. In unserer Video-Anleitung zeigen wir Schritt für Schritt, wie du das Schienbeinkantensyndrom tapen kannst. Anschaulich erklärt und direkt zum Nachmachen geeignet.
Unsere Anleitung zum Tapen des Schienbeins
Produkte, die wir im Video verwenden:

Anleitung
Tape-Anlage bei einem Tibiakantensydrom
Benötigt:

1 x l-Zügel

2 x Y-Zügel

Fiskars Schere
Benötigt:

1 x l-Zügel

2 x Y-Zügel

Fiskars Schere
| 1 | Zunächst sollte der Fuß ausgestreckt sein, die Zehen zeigen dabei weg vom Schienbein. (Plantarflexion) |
| 2 | Messe über die Innenseite des Schienbeins einen Tapestreifen ab. Nimm dir den I-Zügel und reiße das Trägerpapier ca. 2 cm vor einem der Enden ein. Lege die Bais unterhalb des Tibiaplateaus an und lass das Tape ohne Zug entlang der Schienbeinkante auslaufen. |
| 3 | Um die Spannung von der Schienbeinkante zu nehmen und das Gewebe anzunähern, brauchst du zwei Y-Zügel mit einer Länge von 10 cm. Bei längeren Unterschenkeln können auch 3 oder sogar 4 dieser Y-Zügel verwendet werden. |
| 4 | Nimm dir den ersten Y-Zügel und reiße das Trägerpapier wieder ca. 2 cm vor einem Ende ein. Lege die Basis auf der Innenseite des Unterschenkels ohne Zug an (idealerweise in dem Bereich, in dem das Schmerzempfinden am größten ist). Nimm nun die beiden Enden des Zügels und zieh nach und nach Gewebe in Richtung Schienbeinkante bis das Tape komplett auf der Haut anliegt. |
| 5 | Wiederhole das nun mit dem zweiten (optional auch mit dem dritten/vierten) Y-Zügel. |
Definition: Das Schienbeinkantensyndrom
Das Schienbeinkantensyndrom, auch bekannt unter den Begriffen Shin Splints, Tibiakantensyndrom oder Anterior Tibial Stress Syndrome (ATSS), zählt zu den häufigsten Überlastungssyndromen im Bereich des vorderen Unterschenkels. Die Beschwerden entstehen meist durch übermäßige Beanspruchung der Schienbeinmuskulatur, ausgelöst durch wiederholte Stoßbelastungen, wie sie beim Laufen, Springen oder Gehen auf harten Untergründen auftreten. Besonders betroffen ist dabei die Innenseite des Schienbeins.
Die betroffene Region liegt häufig im unteren Drittel des Schienbeins und wird durch wiederkehrende Muskelkontraktionen immer weiter gereizt. Dabei kann sich die Knochenhaut (Periost) entzünden, was in der Regel deutliche Schmerzen mit sich bringt.
Welche Symptome treten beim Tibiakantensyndrom auf?
Es gibt einige typische Symptome, die auf das Schienbeinkantensyndroms hindeuten:
Diese Beschwerden beginnen meist schleichend und werden mit zunehmender Belastung stärker. In fortgeschrittenem Stadium kann es sogar zu ernsthaften Belastungsfrakturen kommen. Eine frühzeitige Behandlung ist daher essentiell, um Langzeitschäden zu vermeiden.
Ursachen für das Schienbeinkantensyndrom
Die Hauptursache des Tibiakantensyndroms liegt in mechanischer Überlastung. Vor allem stoßartige Bewegungen bei hoher Trainingsfrequenz oder -intensität können zu einer chronischen Reizung der Sehnenansätze und der umliegenden Faszien führen. Sportler, insbesondere Anfänger, die ihr Pensum zu schnell steigern, sind beispielsweise besonders gefährdet. Zudem können auch Fehlstellungen im Fuß, wie eine Überpronation, sowie muskuläre Dysbalancen zwischen Waden- und Schienbeinmuskulatur das Risiko deutlich erhöhen.
Begünstigt werden kann die Entstehung natürlich auch durch falsches Schuhwerk, zu hartes Training auf Asphalt, unzureichendes Aufwärmen oder eine verkürzte Muskulatur in der Wade oder im Schienbeinbereich. In den meisten Fällen handelt es sich also um ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, das die Beschwerden verursacht.
Wer ist von den Beschwerden am Schienbein betroffen?
Das Schienbeinkantensyndrom betrifft vor allem sportlich aktive Menschen. Dazu zählen insbesondere Läufer, Leichtathleten, Ballsportler (wie Fußball- oder Handballspieler), Tänzer sowie Sportarten mit hohem Sprung- und Laufanteil. Besonders gefährdet sind Einsteiger, die ihr Training zu schnell intensivieren oder auf ungeeigneter Unterlage (z. B. Asphalt) trainieren. Auch ambitionierte Hobby-Sportler zählen zur Risikogruppe, wenn sie nur unzureichend regenerieren oder mit unpassendem Schuhwerk laufen.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt bei Jugendlichen im Wachstum. Durch die rasch zunehmende Knochenlänge und gleichzeitig muskuläre Dysbalancen entsteht oft eine erhöhte Spannung entlang des vorderen Schienbeins. So wird das Risiko für das Tibiakantensyndrom deutlich erhöht. Hinzu kommt: Das Bewusstsein für präventive Maßnahmen ist in dieser Altersgruppe oft noch weniger stark ausgeprägt.
Ebenso betroffen sind Menschen, die nach längerer Trainingspause, beispielsweise nach einer Verletzung wieder einsteigen. Der Körper ist der Belastung (noch) nicht gewachsen, die Muskulatur nicht ausreichend vorbereitet. Insgesamt liegt die Altersspanne bei Personen zwischen 15 und 35 Jahren, sowohl männlich als auch weiblich. Interessant ist: Nicht nur im Amateurbereich, sondern auch im Leistungssport ist das Tibiakantensyndrom eine häufige Ursache für Trainingsausfälle.
Was passiert, wenn das Tibiakantensyndrom unbehandelt bleibt?
Wird das Schienbeinkantensyndrom nicht konsequent behandelt, kann es sich von einem scheinbar harmlosen Reizzustand zu einem chronischen Schmerzsyndrom entwickeln. In fortgeschrittenen Fällen drohen ernsthafte Belastungsfrakturen im Bereich des Schienbeins. Außerdem verändert sich das Gang- und Laufbild, was Folgeprobleme an Knie, Hüfte oder Fuß verursachen kann. Daher ist es wichtig, die Beschwerden ernst zu nehmen und frühzeitig mit gezielten Maßnahmen zu reagieren.
Schienbeinkantensyndrom tapen
Neben dem Tapen mit dem Kinesiologietape setzt die Behandlung des Schienbeinkantensyndroms auf eine Kombination aus Schonung, gezielter Bewegungstherapie und ergänzenden Maßnahmen wie Stretching und Kräftigung:
1. Belastung reduzieren
Ein erster wichtiger Schritt ist die Reduktion der Belastung. Auch wenn das nicht zwangsläufig den kompletten Sportverzicht bedeutet, sollte die Intensität, Häufigkeit und Art der Aktivität bewusst angepasst werden.
2. Kälte- und Schmerztherapie
Kälteanwendungen (z. B. Coolpacks) können in Ruhephasen dabei helfen, Entzündungen zu hemmen und Schmerzen zu lindern. Auch entzündungshemmende Salben oder sanfte Lymphdrainage bei der Physiotherapie können den Heilungsprozess zusätzlich unterstützen.
3. Dehnübungen
Vor allem die Wadenmuskulatur ist oft verkürzt und wirkt daher über die Achillessehne auf das Schienbein. Gezieltes Stretching sowie Dehnübungen fördern die Durchblutung und senken den Muskeltonus im betroffenen Bereich.
4. Kräftigungsübungen
Um muskuläre Dysbalancen langfristig auszugleichen, empfiehlt sich ein individuelles Kräftigungsprogramm, das nicht nur den Unterschenkel, sondern auch Beckenstabilität, Fußgewölbe und Bauch-Muskulatur einbezieht. Übungen wie der Einbeinstand, Barfußtraining auf weichen Untergründen oder das Trainieren mit einem Balance-Pad können effektiv helfen.
Langfristig sollten vor allem Faktoren wie Fußfehlstellungen oder falsches Schuhwerk bespielsweise mit orthopädischen Einlagen, Laufanalysen oder einer individuellen Sportberatung korrigiert werden.
Das Schienbeinkantensyndrom behandeln
Das Tapen mit Kinesiologietape aus unserem Video ist eine bewährte Methode zur Unterstützung bei Shin Splints, da es gezielt an der Ursache ansetzt, nämlich an der Überlastung und Spannung im Bereich des vorderen Unterschenkels. Das Tape soll wirken wie eine zweite Haut, indem es jeder Bewegung folgt, ohne einzuschränken, und durch die spezielle Anlagetechnik die Eigenwahrnehmung des Körpers anregt.
Die Anwendung der elastischen Tapes kann helfen, die Spannung entlang der Tibiakante zu reduzieren. Dadurch wird der betroffene Bereich besser durchblutet, was Heilungsprozesse beschleunigen und Entzündungen entgegenwirken kann. Gerade bei aktiven Sportlern bietet das Tapen den klaren Vorteil einer schnelleren Rückkehr ins Training, ohne die verletzte Struktur komplett zu belasten. Doch auch beim einfachen Gehen oder Treppensteigen im Alltag kann die Tape-Anlage eine deutliche Erleichterung bieten.
Wie lässt sich das Schienbeinkantensyndrom vorbeugen?
Um einem erneuten Auftreten der Beschwerden vorzubeugen, ist ein ganzheitlicher Trainingsansatz sinnvoll. Dazu gehört eine langsame und gezielte Steigerung der Trainingsbelastung. Dabei sollte vor allem auf ein ausreichendes Aufwärmen vor jeder Einheit sowie regelmäßiges Dehnen der Beinmuskulatur geachtet werden.
Sportschuhe sollten zur individuellen Fußform passen und ausreichend Dämpfung bieten, bei Bedarf mit orthopädischen Einlagen. Um den Bewegungsapparat vielseitig zu fordern, kann ein Training auf wechselnden Untergründen sowie regelmäßige Kräftigungsübungen für Fuß- und Beinmuskulatur unterstützend auf die muskuläre Balance wirken.
Fazit
Das Schienbeinkantensyndrom ist eine belastende, aber gut behandelbare Überlastungsverletzung des Unterschenkels. Mit gezielten Maßnahmen wie Belastungsanpassung, Dehnübungen, Kräftigung und unserer Tape-Anlage mit dem PINOTAPE lässt sich der Heilungsprozess sowie sowie Präventionsmaßnahmen deutlich unterstützen. Das tapen ist dabei eine einfache, effektive und nebenwirkungsarme Methode, die sowohl in der Physiotherapie als auch selbstständig erfolgreich eingesetzt werden kann.
*Die Annahme einer Wirkung beruht auf möglichen Tendenzen in Studien, sehr vielen Einzelfallberichten und Erfahrungswerten. Sie gilt nicht als evidenzbasiert. Ebenso ist die Wirkweise bisher rein hypothetisch. Der Einsatz unserer Kinesiologie Tapes und Sporttapes ersetzt keinen Besuch beim Arzt, Physiotherapeuten oder anderen medizinischen Experten.
FAQ
Häufige Ursachen sind eine zu schnelle Steigerung der Trainingsintensität, falsches Schuhwerk, harte Untergründe, sowie muskuläre Dysbalancen in der Bein- und Fußmuskulatur. Auch verkürzte Wadenmuskeln, ein Fehlstellung des Fußes oder eine schlechte Lauftechnik können das Risiko erhöhen.
Je nach Schweregrad kann die Heilungsdauer zwischen einigen Tagen bis zu mehreren Wochen betragen. Entscheidend ist, dass die Belastung frühzeitig reduziert und geeignete Maßnahmen wie Kühlung, Dehnung, Kräftigung und Tapen angewendet werden.
Muskelkater tritt meist ein bis zwei Tage nach dem Training auf, fühlt sich dumpf an und verschwindet nach wenigen Tagen von selbst. Beim Schienbeinkantensyndrom hingegen sind die Schmerzen oft stechend oder ziehend, sitzen punktuell entlang der Schienbeinkante und verschlimmern sich bei Belastung.
Halten die Beschwerden trotz Schonung länger als eine Woche an, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist entscheidend, um Folgeprobleme zu vermeiden.


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